F90 Brandschutzfenster aus Holz

Nahaufnahme eines weißen Brandschutzfensters mit Glasscheiben, leicht geöffnet, mit Metallgriff und Schlüssel im Schloss; außerhalb des Fensters ist ein Gebäude zu sehen.

F90 Brandschutzfenster aus Holz: Wenn hohe Brandschutzanforderungen auf anspruchsvolle Architektur treffen

Brandschutz muss heute mehr leisten als nur Sicherheit

Die Fassade ist geplant.
Die Raster stimmen. Die Glasflächen sorgen für Tageslicht. Das Gebäude wirkt offen, hochwertig und genau so, wie es sich Architekt und Bauherr vorgestellt haben. Dann folgt die brandschutztechnische Prüfung. Plötzlich taucht eine neue Anforderung auf: F90.

Für viele Planer beginnt an dieser Stelle ein Zielkonflikt. Denn hohe Brandschutzanforderungen werden noch immer häufig mit massiven Profilen, eingeschränkten Gestaltungsmöglichkeiten und sichtbaren Kompromissen verbunden.
Doch diese Vorstellung entspricht längst nicht mehr der Realität moderner Brandschutzsysteme.

Heute ermöglichen F90 Brandschutzfenster aus Holz Lösungen, die hohe Sicherheitsanforderungen erfüllen und gleichzeitig große Glasflächen, schlanke Ansichten und anspruchsvolle Architektur unterstützen. Besonders im Objektbau und im Denkmalschutz entstehen dadurch Möglichkeiten, die vor einigen Jahren noch kaum realisierbar waren.

Was bedeutet F90 bei einem Brandschutzfenster?

Die Feuerwiderstandsklasse F90 beschreibt Bauteile, die einem Brand mindestens 90 Minuten widerstehen müssen.
In aktuellen Bauprojekten begegnen Planern häufig auch die europäische Klassifizierung EI90. Beide Bezeichnungen stehen für einen Feuerwiderstand von 90 Minuten, basieren jedoch auf unterschiedlichen Regelwerken und Prüfverfahren.

Warum Architekten zunehmend auf Brandschutzfenster aus Holz setzen

Wer an Brandschutz denkt, denkt häufig zuerst an Stahl oder Aluminium. Tatsächlich entscheiden sich jedoch immer mehr Architekten bewusst für Holz. Der Grund liegt nicht allein in der Nachhaltigkeit des Materials. Viel wichtiger sind oft die gestalterischen Möglichkeiten.

Schlanke Profilansichten

Bei hochwertigen Fassaden entscheidet oft jedes Detail über die Wirkung eines Gebäudes.
Schlanke Rahmenansichten sorgen für:

  • größere Glasanteile
  • mehr Transparenz
  • ruhigere Fassadenbilder
  • eine hochwertige Gesamtwirkung

Gerade bei repräsentativen Gebäuden spielt dies eine wichtige Rolle.

Natürliche Materialität

Holz wird von vielen Planern nicht als technischer Werkstoff wahrgenommen, sondern als Bestandteil der Architektur. Während reine Metallkonstruktionen oft funktional wirken, schafft Holz Wärme, Wertigkeit und Charakter.

Nachhaltigkeit im Objektbau

Nachhaltiges Bauen wird zunehmend zum Standard.
Brandschutzfenster aus Holz verbinden hohe Sicherheitsanforderungen mit einem nachwachsenden Baustoff und unterstützen nachhaltige Baukonzepte.

Große Glasflächen trotz F90-Anforderungen

Einer der häufigsten Irrtümer lautet: „F90 bedeutet automatisch kleine Fenster.“

Die Realität sieht anders aus. Moderne Brandschutzsysteme ermöglichen heute deutlich größere Elementabmessungen als viele Planer erwarten.

Das eröffnet neue Möglichkeiten für:

  • Schulen
  • Verwaltungsgebäude
  • Krankenhäuser
  • Kulturgebäude
  • hochwertige Wohnprojekte

Gerade große Glasflächen sind heute ein zentrales Gestaltungselement moderner Architektur. Tageslicht verbessert die Aufenthaltsqualität, reduziert den Energiebedarf und schafft offene Raumstrukturen.

Brandschutz muss diesem Anspruch folgen, anstatt ihn einzuschränken. Deshalb gewinnen Lösungen an Bedeutung, die große Verglasungen mit hohen Feuerwiderstandsklassen kombinieren.

Wie ist ein F90 Brandschutzfenster aufgebaut?

Ein Brandschutzfenster ist weit mehr als ein Standardfenster mit Spezialglas. Jede Komponente ist Teil eines geprüften Gesamtsystems.

Brandschutzglas

Das Brandschutzglas verhindert im Brandfall die Ausbreitung von Feuer und Hitze. In unserem System kommen Arnold Brandschutzgläser zur Ausführung, deren System eine Hydrogelschicht im Scheibenzwischenraum vorsieht. Die Dicke des Hydrogels ist abhängig von der geforderten Brandschutzklasse.

Rahmenkonstruktion

Auch der Flügel sowie der Rahmen aus Holz übernimmt eine wichtige Brandschutzfunktion. Profilquerschnitte, Holzarten und konstruktive Details sind exakt auf die Anforderungen des jeweiligen Systems abgestimmt. So hat beispielsweise unser EI 90 MB Brandschutzfenster eine Bautiefe von 136mm, das EI 30 MB Brandschutzfenster hat hingegen eine Bautiefe von 90mm.

Intumeszierende Brandschutzkomponenten

Spezielle Brandschutzbänder auf Graphitbasis reagieren auf Hitzeeinwirkung und schäumen im Brandfall auf. Dadurch werden Fugenbereiche verschlossen und die Schutzwirkung des Fensters unterstützt.

Beschläge und Dichtungen

Auch Beschläge, Dichtungen und Verbindungsmittel gehören zum geprüften Gesamtsystem und dürfen nicht beliebig verändert werden.

Ein weiß gerahmtes Brandschutzfenster ist geöffnet und gibt den Blick auf ein graues Dach frei. Der Raum hat weiße Wände, freiliegende Holzbalken und einen großen Wandspiegel, der einen Teil des Fensters und des Rauminneren reflektiert.
Weisses, geöffnetes Brandschutzfenster mit Sprossenverglasung im Innenbereich der Brandschutz Tischlerei Beelitz

Wo sind Brandschutzfenster vorgeschrieben?

Die konkrete Anforderung ergibt sich immer aus dem jeweiligen Bauvorhaben und Brandschutzkonzept.

Typische Einsatzbereiche sind:

Öffentliche Gebäude

  • Schulen
  • Kitas
  • Universitäten
  • Verwaltungsgebäude
  • Museen

Wohnungsbau

  • Mehrfamilienhäuser
  • Gebäude mit geringem Grenzabstand
  • Sonderwohnformen

Sonderbauten

  • Hotels
  • Veranstaltungsstätten
  • Kulturgebäude

Insbesondere in Außenwänden und Bereichen mit erhöhten Brandschutzanforderungen kommen Brandschutzfenster regelmäßig zum Einsatz. In unserem Katalog und in unseren Referenzen zeigen wir einige Bauvorhaben, in denen wir Brandschutzelemente nahezu unsichtbar in die Fassade einbringen konnten.

Brandschutzfenster im Denkmalschutz: Wenn Standardlösungen nicht ausreichen.

Kaum irgendwo werden die Vorteile individueller Holzkonstruktionen deutlicher als im Denkmalschutz. Historische Gebäude stellen Planer regelmäßig vor eine besondere Aufgabe:

Die Anforderungen des modernen Brandschutzes müssen erfüllt werden, ohne den Charakter des Gebäudes zu verändern. Genau hier stoßen Standardsysteme häufig an ihre Grenzen.

Fensterprofile, Ansichtsbreiten und Sprossenteilungen prägen oft das Erscheinungsbild einer historischen Fassade. Werden diese Details verändert, geht ein wichtiger Teil der architektonischen Identität verloren.

Individuell gefertigte Brandschutzfenster aus Holz ermöglichen es, historische Gestaltungselemente aufzunehmen und gleichzeitig aktuelle Brandschutzanforderungen zu erfüllen. Brandschutzfenster für den Denkmalschutz und Brandschutzfenster in historischen Gebäuden zeigen die wachsende Bedeutung solcher Lösungen.

Typische Planungsfehler bei F90-Fenstern

Brandschutz zu spät berücksichtigen

Viele Probleme entstehen, wenn Brandschutzfenster erst nach Abschluss der Entwurfsplanung berücksichtigt werden.
Frühe Abstimmung verhindert spätere Umplanungen.

Hersteller zu spät einbinden

Gerade bei Sonderprojekten entstehen die besten Lösungen, wenn Architekt, Brandschutzplaner und Hersteller bereits früh zusammenarbeiten.

Checkliste für Architekten und Brandschutzplaner

Vor der Ausschreibung eines F90 Brandschutzfensters sollten folgende Fragen beantwortet werden:

Welche Feuerwiderstandsklasse fordert das Brandschutzkonzept?
Welche Elementgrößen werden benötigt?
Gibt es Anforderungen aus dem Denkmalschutz?
Sind besondere Profilansichten gewünscht?
Werden Sonderformen benötigt?
Welche gestalterischen Ziele sollen erreicht werden?

Je früher diese Punkte geklärt werden, desto wirtschaftlicher und sicherer lässt sich das Projekt umsetzen.

Fazit: Gute Architektur und Brandschutz schließen sich nicht aus

F90 Brandschutzfenster aus Holz haben sich in den vergangenen Jahren erheblich weiterentwickelt.
Wo früher häufig technische Kompromisse notwendig waren, ermöglichen moderne Konstruktionen heute große Glasflächen, schlanke Profilansichten und individuelle Lösungen.

Besonders im Objektbau und im Denkmalschutz zeigt sich, dass Brandschutz nicht zwangsläufig die Architektur dominieren muss.
Im besten Fall passiert sogar das Gegenteil: Das Fenster erfüllt alle brandschutztechnischen Anforderungen und bleibt dennoch genau das, was es aus Sicht des Architekten sein sollte.

Ein selbstverständlicher Teil guter Architektur.

Kontaktieren Sie uns für Ihr nächstes Projekt!

Tischlerei Beelitz Mitarbeiter Jan vor einer Fassade
J. Kaeseler
Ansprechpartner Kalkulation/Angebote
info@brandschutz-tischlerei.com
033841- 455 949
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